In dem Alter nochmal bauen? Ihr seid verrückt!

Diesen Satz haben Hans und Renate oft gehört, als sie stolz erzählten, ein barrierefreies neues Haus bauen zu wollen.

Doch eigentlich entstand die Idee aus der Not heraus, dass die vielen Treppen im alten Haus mittlerweile eine große Hürde darstellen und es an der Zeit war, diesen Zustand zu ändern.

Auslöser der Überlegungen einer räumlichen Veränderung war zunächst die Planung der Stadt Kerpen, im Vogelruther Feld ein sog. Seniorendorf bauen zu wollen,  das aus kleinen, bezahlbaren Häusern mit kleinem Garten bestehen sollte, die speziell für Senioren zugeschnitten und barrierefrei gestaltet werden sollten. Nebenan sollte nach Vorstellung der Stadtplaner auch ein Pflegeheim entstehen, so dass die Versorgung im Alter auf kompaktem Raum gesichert gewesen wäre. Soweit der Plan. Es fehlte jedoch ein Investor, der dieses Projekt realisieren sollte.

Hans und Renate ließen sich auf die lange Liste der Interessenten für dieses Projekt eintragen.

Als sich jedoch nach über einem Jahr des vergeblichen Wartens auf einen Planungsfortschritt herausstellte, dass die Investorensuche immer noch erfolglos war, beschlossen die beiden zusammen mit uns, nach einer anderen Alternative des barrierefreien Wohnens zu suchen.

Eine Wohnung kam für Hans und Renate nicht in Frage und schon gar nicht zur Miete, da blieb nur der Erwerb eines Hauses.

Also machten wir uns gemeinsam über die diversen Immobilienportale im Internet auf die Suche nach einem gebrauchten Bungalow in Sindorf. Es gab eine Hand voll Angebote, die meisten schieden jedoch schon direkt nach Betrachten der Fotos aus, da sie nicht wirklich barrierefrei gebaut waren, oder aber derart hässlich waren, dass der Preis in keinem Verhältnis zum Wert inclusive des notwendigen Umbaus gestanden hat.

Eines Tages fanden wir durch Zufall bei Immobilienscout24 eine Anzeige über den Verkauf eines Grundstücks im Neubaugebiet Vogelruther Feld „Nördlich Heppendorfer Straße“, in unmittelbarer Nähe zum geplanten Seniorendorf. Dieses Grundstück war jedoch zwingend gekoppelt an den Erwerb eines noch nicht gebauten, jedoch projektierten barrierefreien Bungalows der Firma OKAL. Die dargestellten Bauzeichnungen entsprachen den Vorstellungen von Hans und Renate. Also riefen wir direkt beim zuständigen Vermittler und Verkaufsberater von OKAL an und vereinbarten einen Gesprächstermin.

Die Geschichte, die sich mit diesem Bauprojekt verband, war tragisch. Eine Familie plante dieses Haus ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen des Ehemanns, der an einen Rollstuhl gefesselt war. Kurz nach Erteilung der Baugenehmigung verstarb er. Die Witwe wollte und konnte das Haus jedoch nicht weiterbauen und einigte sich mit der DSK und der Fertighausfirma OKAL darauf, das Grundstück aus Schicksalsgründen zum Selbstkostenpreis  wieder veräußern zu dürfen, mit der Auflage, einen Käufer zu finden, der sich verpflichtet, mit OKAL weiter zu bauen.

Nun, wir waren der Verkäuferin und dem OKAL-Verkaufsberater wohl sympatisch, jedenfalls bekamen wir den Zuschlag zum Erwerb des Grundstücks mit dem geplanten OKAL-Haus.

Wir hätten die Möglichkeit gehabt, die Projektierung bei OKAL noch einmal komplett neu gestalten können, z.B. ein ganz anderes Hausmodell zu wählen. Jedoch entsprach die bisherige Planung ziemlich genau den Vorstellungen von Hans und Renate, so dass wir uns schnell einig waren, das Haus-Modell der Vorbesitzer bis auf kleine Änderungen zu übernehmen.

Soweit zur Vorgeschichte. Nun begann die Planung und Realisation….